Die Diebjen befinden sich etwa

eine Stunde oberhalb Zeneggen

Da hatte es früher nur eine

einzige Hütte

Aber immer wenn jemand darin

übernachtete

Wurde dieser dort am nächsten

Tag tot aufgefunden

 

Der Besitzer des Häuschens –

ein fleissiger Mann

Wollte es trotzdem in Ordnung bringen

Ein Fremder fragte ihn, ob er dort

Arbeit haben dürfe

Der Mann warnte ihn, er wolle ihn

nicht zwingen

 

Der Fremde war aber kein

Angsthase

Und ging hinauf in die Diebjen

Er betrat ein Zimmer nach dem

andern

Bis plötzlich ein Geist vor ihm stand

Dieser befahl ihm:

«Schliess jetzt den Keller auf!»

Der Fremde sagte:

«Mach es doch selber!

Ich habe ihn nicht zugesperrt,

so schliesse ich ihn auch nicht auf!»

Der Geist machte es selber und

sagte zur selben Zeit:

«Grabe jetzt sofort hier in den

Boden ein Loch!»

Und der Fremde: «Ich habe

nichts vergraben an dem Ort»

So grub halt der Geist

wie von Sinnen

Bis drei grosse Töpfe zum Vorschein kamen

 

Im ersten war Gold, das gehöre

den Armen

Im zweiten war ein Haufen Silber

Das gehöre dem Fremden für sein

Erbarmen

Und die Münzen aus dem dritten

solle er dem Hausbesitzer geben

 

Und das Gespenst wurde

immer heller

Bis man es nicht mehr

sehen konnte

Den Fluch habe er damit

von ihm genommen

Seither gibt es keinen Geist

in den Diebjen mehr