Im Wallis hatte es schon immer

Die schönste Sonne

Deshalb gab es dann im H erbst

Auch den besten Wein

 

Doch eines Jahres im Frühling gab es

Viel zu spät noch Schnee

Und die Rebstöcke trugen nur wenig

Dafür starken Wein

 

Ein Bauer konnte nur ein einziges

Kleines Fässchen mit Wein füllen

So sagte er sich, er teile es

Mit dem ersten der des Weges käme

 

Ein altes und dürres Männlein

Sollte das dann sein

Und das Bäuerlein bot ihm an

Das Fässchen mit dem Wein

 

Das Männlein trank

So kamen sie ins Gespräch

Der Bauer fragte: «Wer bist Du?»

Der Mann antwortete: «Der Tod»

 

Daran zweifelte der Bauer

Das könne nicht

die Wahrheit sein

Er verlangte: «Beweis es mir!

Kriech in mein Fässchen hinein!»

 

Der Tod begann zu lachen

Und kroch durchs L och hinein

Der Bauer nahm den Korken

Und zu war das Fässchen

 

Und fortan starb niemand mehr

Kein Mensch wurde mehr krank

Und das Essen und der Platz

Reichten eines Tages nicht

mehr aus

 

Vor lauter Kummer ging der Bauer

Eines Abends hinunter

In seinen Keller

Um etwas Wein zu trinken

 

Da sah er in einer Ecke

Wie könnte es auch anders gehen

Das Fässchen und machte es auf

Liess den Tod heraus

 

Die Pest brach aus

Liess viele Menschen gehen

Und die, die blieben

Hatten zu wenig Kraft mehr

 

Liessen die Reben verdorren

Gingen fort über den Pass

Geblieben ist die Sage nur

Vom Tod – eingesperrt im Fass